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Besser eBiken

"kleine Tipps, die eBike Fahren erleichtern"

Besser eBiken - die Schaltung!

Wenn wir einen Blick auf die Lenker unserer eBikes werfen, fallen an 99% der Räder sowohl links, als auch rechts Knöpfe oder Hebel auf, die dazu dienen unseren Komfort auf dem eBike zu steigern.


Auf der linken Seite finden wir normalerweise den Satelliten oder auch die Remotecontrol unserer Unterstützungsstufen des Motors. Meist ein Wippschalter, um den passenden Schub des eBike-Motors einzustellen. Ein Utensil, das leider oftmals nur einmal in die Stellung “Turbo” gebracht wird und anschließend in Vergessenheit gerät! Eigentlich schade, denn hiermit zu variieren, macht eBiken sehr spannend, lässt sportliches Fahren zu und hat großen Einfluss auf den Akkuverbrauch.

Unterstützungsstufen sind keine Schaltung

 

Diese Wahlwippe ist aber keine Schaltung, sondern steuert ausschließlich die Kraft des Motors oder anders ausgedrückt “jeder eBiker hat damit die Wahl, mit wieviel Kraft er beim Treten unterstützt werden möchte!”

 

Eine ganz andere Bedeutung haben die Tasten (elektronische Schaltung), Drehgriffe oder Hebelchen auf der rechten Seite des Lenkers. Hier befindet sich die Schaltung und somit das Herzstück eines jeden modernen Fahrrades. Leider wird diese wichtige Antriebszentrale oft sehr stiefmütterlich behandelt, obwohl sie doch entscheidend zum eBike Vergnügen beiträgt. 

Immer Kette rechts?!

 

Bei meinen Südafrika-Trips verladen wir unsere eBikes immer wieder auf einen großen Anhänger, um unpassende Radrouten zu umgehen oder um zu unserer Unterkunft zu gelangen. Dort habe ich mir mal den Spaß gemacht und die Position der Kette der einzelnen Räder angesehen. Was soll ich sagen, rund 80% hatten die Kette immer ganz rechts!

 

In den folgenden Zeilen, möchte ich am Beispiel einer normalen Kettenschaltung auf die Sinnhaftigkeit eines Getriebes (Schaltung) eingehen. Moderne eBikes haben am Hinterrad ein Ritzelpaket von 10,11 oder gar 12 unterschiedlich großen Kettenritzeln. An der Antriebswelle zwischen den Kurbeln mit den Pedalen befindet sich in der Regel ein fixes Kettenrad. Verbunden wird das Ganze mit einer Kette, die wir über unsere Schaltung auf die verschiedenen großen Kettenritzel shiften können. Soweit die normale Grundkonfiguration!

 

Nachdem das vordere Kettenrad eine fixe Größe hat, verändert sich mit jedem Gangwechsel am Lenker das Verhältnis des Vortriebs, gemessen in Meter pro Umdrehung. Ohne auf genaue Zahlen einzugehen gilt, je weiter rechts sich die Kette auf dem Ritzel befindet, desto mehr Meter legen wir bei einer Kurbelumdrehung zurück. Heißt aber auch, umso kräftiger muss in die Pedale getreten werden bzw. größer muss die Geschwindigkeit sein, um flüssig und gesund zu eBiken!

 

Anfahren mit Turbo und Kette rechts ist ein absolutes “NO GO”

 

Um das an einem einfachen Beispiel zu verdeutlichen “Niemand würde auf die Idee kommen mit einem Auto im 5ten oder 6ten Gang anzufahren” Zahlreiche eBiker hingegen schon, indem sie die Kette einfach auf dem kleinsten Ritzel ganz rechts liegen lassen!!! Niemand tut sich einen Gefallen auf diese Art und Weise loszufahren; die Kette leidet und verschleißt viel schneller, der Motor quält sich und läuft heiß, der Akku wird viel schneller leer und unsere Gelenke, insbesondere die Knie, werden ungebührend stark belastet.

 

Dabei ist es so leicht dem Ganzen entgegenzuwirken. Das Zauberwort heißt rechtzeitig schalten, was ein aktives, vorausschauendes eBiken inkludiert. Auch hier wieder der Blick auf die manuelle Schaltung im Auto. Wir erkennen eine Situation, die uns langsamer werden lässt und schalten “automatisch” in den nächsten kleineren Gang. Diesen Automatismus sollte man auch auf einem Fahrrad verinnerlichen, um viel runder, gesünder und ökonomischer unterwegs zu sein.

Die Kadenz


Eine ganz wichtige Größe gehört zu jedem Getriebe, die Umdrehungen. Genauer gesagt das Verhältnis Kraft zu Umdrehungen. Die Umdrehung beim Fahrrad nennt sich Trittfrequenz oder ganz schlicht Kadenz. Gemeint ist die Geschwindigkeit, mit der die Beine um die Kurbel kreisen. Wenn ihr Silke in den Filmen fahren seht, ist sie immer mit einer sehr schönen, kraftsparenden Kadenz zwischen 70 und 80 Umdrehungen unterwegs. Das ist für ein eBike nahezu ideal, weil eBike Motoren ihren besten Wirkungsgrad bei etwa 70 Umdrehungen haben. Alles, was entscheidend darunter liegt, ist für Mensch und Material pures Gift.

 

Lasst mich nochmal Bezug auf das Auto nehmen; haben wir vergessen, den richtigen Gang einzulegen und plötzlich geht es bergauf oder wir müssen unvorhergesehen bremsen, fängt der Motor zum Stottern an und stirbt im Extremfall sogar ab. Auf dem eBike ist das nichts anderes, geht´s bergauf oder fahre ich langsamer, muss die Kette zwingend nach links wandern, damit ich meine Kadenz halten kann und mir nicht die Beine verbiege. Nebenbei bemerkt, wie auch schon in so vielen Filmen, eine vernünftige Trittfrequenz stabilisiert uns aufgrund der herrschenden Kreiselkräfte, was gerade beim langsamen Fahren eine nicht zu unterschätzende Größe ist!

Macht euch mit eurer Schaltung vertraut

 

Wer elegant, sicher und gesund mit dem eBike unterwegs sein möchte, kommt nicht umhin, mit einer gewissen Kadenz zu pedalieren und die Gangschaltung permanent zu betätigen. Das mag am Anfang kompliziert und anstrengend erscheinen, doch bereits nach einigen Touren werden diese Abläufe zu einem Gewohnheitsprozess und gehen in Haut und Haare über, ähnlich wie beim Autofahren. Denn Eines ist gewiss, die Physik lässt sich nicht überlisten, sondern muss unser Freund sein, den wir uns zunutze machen!

Besser eBiken - Reifen und der Luftdruck!

Habt Ihr euch schon mal gefragt, wie viel von eurem Gesamtsystem (Fahrer/Rad/Gepäck) eigentlich Kontakt mit dem Untergrund hat? Ja genau, da kommen gerne mal 100, 120, 150 kg zusammen und alles hat nur etwa mit der Größe von zwei Briefmarken eine Verbindung zur Straße oder dem Weg. Eine Verbindung, über die alles geschehen muss: die Kraftübertragung bei der Beschleunigung, die Verzögerung beim Bremsen und letztendlich auch euer Komfort beim Fahren.

 

Sehen wir uns das Ganze mal näher an. Ein Radreifen soll also die eierlegende Wollmilchsau darstellen, der alles kann und mich immer überall verlustfrei hinbringt. Soweit - so gut, die Hersteller tun ihr Möglichstes, um uns sehr ausgereiftes Material mit höchstem Standard zur Verfügung zu stellen. Und was tun wir dafür? Oftmals wird das eBike aus dem Laden geschoben und losgeradelt. Nach einem langen Winter kommt im Frühjahr vielleicht einmal neue Luft rein, meist wenn der Reifen fast platt ist, und danach wird weitergefahren – aus! Ein schwieriges Thema, das gewiss nicht alle betrifft, aber auch keinen Einzelfall darstellt.

 

Die Reifen sind extrem wichtig!!! Für unsere Sicherheit und unseren Fahrkomfort. Gummis härten mit zunehmender Lebensdauer aus und leiden extrem durch Fahr- sowie Umwelteinflüsse. Kälte, Sonne, Hitze, Steine, Öl, Benzin und auch Streusalz machen den Pneus zu schaffen. Deswegen gehören Fahrradreifen, wie Autoreifen auch, in regelmäßigen Abständen ausgetauscht. Genaue Angaben dazu zu machen ist schwierig, weil jeder Reifen anders beansprucht, gelagert und gefahren wird. Bei uns kommen auf alle Fälle jedes Jahr nagelneue Reifen zum Einsatz.

Der Reifendruck

 

Tourenreifen der neuesten Generation ähneln sich vom Aufbau her bei allen namhaften Herstellern. Was aber in unserer Verantwortung liegt, ist der richtige Reifendruck und das ist ein heikles Thema?! Wie bereits erwähnt, wird, meist aus Unwissenheit, dem Ganzen oftmals keinerlei Bedeutung zugewiesen. Und damit wird einer der wichtigsten Grundsätze der Fortbewegung missachtet. Die Automobilindustrie hat mit den RDKS, dem Reifendruckkontrollsystem, das seit 2014 in allen Neuwagen verpflichtend eingebaut sein muss, eine Lösung gefunden. Hier blinkt es im Cockpit, wenn etwas nicht stimmt! Wir als Radfahrer haben solche technischen Hilfsmittel nicht, sollten uns aber bewusst sein, dass öfter als nur einmal im Jahr Handlungsbedarf besteht.

 

Wer einen Rennwagen für einen speziellen Kurs abstimmt, experimentiert mit minimalen Druckunterschieden in den Reifen, um das beste Setup für die schnellsten Runden zu haben. Hier geht´s um die beste Traktion, die über Sieg oder Niederlage entscheidet. Fahre ich mit einem Geländewagen in weichen Sand, bleibe ich mit normalem Reifendruck nach ein paar Metern stecken. Reduziere ich meinen Reifendruck ganz extrem auf unter 1 Bar, bekomme ich plötzlich wieder Vortrieb, weil meine Aufstandsflächenvergrößerung, der jetzt breiteren Reifen, den entscheidenden Unterschied macht. 

 

Zwei Beispiele, die wir auch in unsere eBike Welt übernehmen können. Zunächst einmal ist es wichtig, den normalen Reifendruck im Toleranzbereich meines Reifens zu halten. Dieser ist auf der Seitenwand der Fahrradreifen angegeben und bezieht sich auf den Mindest- und Höchstdruck (z.B. 2,5 bis 4,5 Bar). Der optimale Luftdruck für Fahrradreifen ist abhängig von verschiedenen Faktoren. 

 

Zu beachten sind jeweils die Größe der Reifen, das Gewicht des Radfahrenden und die Beschaffenheit des Untergrunds. Generell gilt, je dünner ein Reifen, desto höher muss der Luftdruck sein. Ebenso muss der Reifendruck bei steigendem Gewicht erhöht werden, zudem ist es empfehlenswert auf ebenen Wegen und asphaltierten Straßen mit mehr Druck zu fahren, als auf weichen Böden wie Wald-, Feld- oder Kieswegen. Auch im Hochgebirge, auf steinigem Terrain, sollte der Luftdruck abgesenkt werden, um mehr Traktion und mehr Komfort zu generieren.

 

Neben der besseren Fortbewegung, sollte man den Federungskomfort, den man mit etwas weniger Luftdruck gewinnt, nicht unterschätzen. Gerade bei dicken Tourenreifen entsteht da schnell ein Effekt, der eine Federung unnötig macht. Außerdem kann es durchaus sein, dass man sich bei zu niedrigem Reifendruck den einen oder anderen Platten einfährt, weil Steine oder Dornen einfach durchdrücken. 

 

Insgesamt betrachtet ist es also erstmal wichtig, überhaupt genügend Luft innerhalb der Toleranzgrenzen des Herstellers in seinen Reifen zu haben und dies auch ab und an zu überprüfen. Damit wäre schon viel passiert. Alle weiterführenden Veränderungen bringen enorme (positive) Veränderungen und sollte man nicht außer Acht lassen, auch wenn sie wohl nur dem ambitionierten eBiker vorbehalten bleiben.

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